Wiesenknopf-Ameisenbläulinge –
Geheimnisvolle Bewohner im Ameisennest
Die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge sind faszinierende Tagfalter mit einem einzigartigen Lebenszyklus: Ihre Raupen ernähren sich ausschließlich von den Blüten des Großen Wiesenknopfs und überwintern in Ameisennestern, wo sie sich von Ameisenlarven ernähren. Doch durch intensive Bewirtschaftung, falsche Mahdzeiten und Bodenverdichtung gehen ihre Lebensräume immer mehr zurück. Beide Arten – der Dunkle und der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling – sind in NRW vom Aussterben bedroht.
Im Kreis Siegen-Wittgenstein, besonders im Siegerland, gibt es noch bedeutende Vorkommen. Doch viele Flächen sind nicht ausreichend erfasst oder geschützt.
Neben einer Grundlagenerfassung werden die im Projekt umgesetzten Maßnahmen durch ein Erfolgsmonitoring begleitet. Die Ergebnisse dienen als ergänzende Daten zur Grundlagenerfassung und zur Optimierung der Maßnahmen.
Projektziele
Unser Projekt hat zum Ziel, die Bestände kreisweit zu erfassen, Lebensräume zu optimieren und zu vernetzen sowie neue Habitate zu schaffen. Der Bestand dieser Art soll dadurch langfristig gesichert und erhalten werden. Dabei liegt der Fokus auf den insektenfreundlichen Verkehrswegen und Grünlandgesellschaften Durch die Zusammenarbeit mit Landwirten, Kommunen und dem Landesbetrieb Straßenbau NRW wollen wir die Arten langfristig sichern.
Eine Förderung dieser Zielarten soll insbesondere durch folgende Maßnahmen erreicht werden:
- Entbuschung
- Anlage von Altgrasstreifen (Wechselbrachen)
- Sektorale Mahd überalterter Brachen
- Wiederherstellung von Grünland
- Pflegemanagement Straßen- und Wegränder
Projektförderer
Förderung: Naturfonds des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL)
Der Naturfonds des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ist ein zentrales Instrument, um den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt in der Region Westfalen-Lippe nachhaltig zu unterstützen. Mit dem Fonds engagiert sich der LWL für den Schutz bedrohter Arten, die Renaturierung von Lebensräumen und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Wert der Natur.
Fördervolumen: 220.978 Euro
Projektzeitraum: 01.08.2023 – 31.07.2026
Co-Finazierung durch den Kreis Siegen-Wittgenstein
Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist geprägt von einer vielfältigen Naturlandschaft: ausgedehnte Wälder, artenreiche Wiesen, klare Bäche und einzigartige Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. Der Schutz dieser natürlichen Schätze ist eine zentrale Aufgabe der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Sie setzt sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Entwicklung der Region und die Sensibilisierung der Bevölkerung für Naturschutzthemen ein.
Willkommen in der faszinierenden Welt der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge und ihrer Lebensgemeinschaften!
Die Natur hält einzigartige Symbiosen bereit – wie die zwischen dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), den Wiesenknopfameisenbläulingen und den Knotenameisen.
Die wichtigsten Akteure dieser besonderen Beziehung:
1. Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
Der Große Wiesenknopf ist eine markante Pflanze feuchter Wiesen und Auen. Mit seinen kugeligen, dunkelroten Blütenköpfchen bietet er nicht nur einen malerischen Anblick, sondern ist auch Lebensgrundlage für die Wiesenknopfameisenbläulinge.
2. Dunkler Wiesenknopfameisenbläuling (Maculinea nausithous)
Dieser seltene Schmetterling ist auf den Großen Wiesenknopf als Futterpflanze für seine Raupen angewiesen. Doch sein Überleben hängt noch stärker von einer anderen Symbiose ab: Seine Raupen werden von Knotenameisen in deren Bau getragen und dort bis zur Verpuppung versorgt.
3. Heller Wiesenknopfameisenbläuling (Maculinea teleius)
Ähnlich wie sein dunkler Verwandter ist auch der Helle Wiesenknopfameisenbläuling auf den Großen Wiesenknopf und die Knotenameisen angewiesen. Seine Raupen entwickeln sich ebenfalls im Ameisennest – ein faszinierendes Beispiel für Parasitismus und Koexistenz.
4. Rote Knotenameise (Myrmica rubra) und Trockenrasen-Knotenameise (Myrmica scabrinodis)
Die Knotenameise spielt eine zentrale Rolle im Lebenszyklus der Wiesenknopfameisenbläulinge. Sie trägt die Raupen in ihr Nest, wo diese von den Ameisen gefüttert werden – allerdings oft auf Kosten der Ameisenbrut.
Warum sind diese Arten so besonders?
Die Wiesenknopfameisenbläulinge zählen zu den am stärksten gefährdeten Schmetterlingsarten Europas. Ihr Schutz bedeutet auch den Erhalt ihrer Lebensräume – und damit den Schutz einer ganzen Gemeinschaft von Pflanzen und Tieren.
Möchten Sie mehr über diese faszinierende Symbiose erfahren oder selbst zum Schutz beitragen?
Entdecken Sie Informationsmaterialien (Projektflyer, Fibel, Lehrpfad, Veranstaltungen) im Kinderprogramm der Biostation!